Personzentrierte Weiterbildung
Jennifer Angersbach zertifiziert durch die GwG e.V und DGfB e.V.
 

Fachblog 

Jennifer Angersbach / Personzentrierte Beraterin zertifiziert durch die GwG e.V. und DGfB


Mental Load in der Partnerschaft

Manche Themen kommen teilweise geballt. Ich weiß nicht ob es am Retikulären Aktivierungssystem (RAS) liegt, dass unsere Sinnesreize und Wahrnehmungen filtert oder an gesellschaftlichen Themen die Paare antriggern, aber irgendwie gibt es immer mal wieder diese Wellen und plötzlich schwimmt ein Thema in jeder Sitzung irgendwie oben. Aktuell ist es das Thema Mental Load.
Sie fühlt sich allein gelassen, überfordert, ärgert sich darüber so 'verantwortungsbewusst' zu sein und er fühlt sich angegriffen, weiß auch nicht so recht, was sie meint, denn er macht doch auch ganz viel. 
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Die Coaching-Inflation

Irgendwann in den letzten Jahren ist etwas passiert, das sich schwer erklären lässt, aber sofort spürbar ist, wenn man eine Stunde lang durch LinkedIn oder Instagram scrollt. Und nein, das hat nicht nur was mit meinem Algorhitmus zu tun. Der Beratungsmarkt ist voll geworden und dennoch gibt es nicht ausreichend Angebote.
Wer in diesem Umfeld eine Beratungspraxis aufbaut oder wachsen lassen möchte, steht vor einer Frage, die sich eben nicht mit einem Marketingleitfaden beantworten lässt. Denn professionell aussehen und kluge Texte verfassen, das lässt sich mittlerweile per Knopfdruck generieren - ob als Coach mit oder ohne Zertifikat. weiterlesen


Wenn die KI deine Worte wählt

Personzentrierte Beratung statt ChatGPT

Adam Aleksic, Etymologe und Autor, steht im November 2025 auf der TEDNext-Bühne und sagt einen Satz, der mich erschrocken hat: Wer ChatGPT oft benutzt, fängt an, wie ChatGPT zu klingen. Das klingt im ersten Moment harmlos, doch er ergänz rasch selbst, wie unfassbar gefährlich das ist.
Was passiert eigentlich mit uns, wenn nicht mehr wir die Worte wählen, sondern ein Algorithmus sie uns leiht? 

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Boot-Camp für die Liebe

Über die stille Erosion in Partnerschaften, das Boot Camp für eine gute Beziehung und warum es sich lohnt, nicht zu warten: Es gibt diesen Moment in vielen Beziehungen, der so leise eintritt, dass die Wenigsten ihn überhaupt bemerken. Kein lautes Streiten, keine gepackten Koffer, keine dramatische Szene. Nur das Gefühl, dass etwas verloren geht. Dass man am Esstisch sitzt und sich plötzlich fragt: Wann haben wir eigentlich aufgehört, miteinander zu lachen? In meiner Praxis für Personzentrierte Beratung und Paartherapie begegnen mir genau solche Paare. Sie kommen oft mit dem Satz: „Eigentlich ist alles okay, aber irgendwas fehlt.“ Und genau dieses „irgendwas“ ist es, worum es in diesem Beitrag gehen soll. Denn die Forschung weiß heute sehr genau, was hier passiert. Und sie weiß auch, was hilft. Eine aktuelle Längsschnittstudie von Bühler und Orth (2025), veröffentlicht im Journal of Personality and Social Psychology, zeigt etwas, das mich in meiner Arbeit nicht überrascht, aber dennoch berührt: Die Beziehungszufriedenheit sinkt über Jahre hinweg nur langsam. Dann kommt ein Wendepunkt. Ab da fällt die Zufriedenheit stark ab und eine Trennung wird sehr wahrscheinlich...

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Slow Social Media

Seit Jahren glaubt die Branche, dass Sichtbarkeit eine Frage der Frequenz ist. Mehr Reels, mehr Hooks, mehr "Tipps in 30 Sekunden". 2026 zeigen die Daten etwas anderes. Wer als Berater:in arbeitet und auf ehrliche Weise sichtbar werden will, hat gerade einen unerwarteten Verbündeten: die Trägheit der Tiefe.
Was die Daten zeigen — und warum sie aufhorchen lassen
Die Metricool Social Media Study 2026 hat real, organic year-over-year-Daten aus 39.762.999 Posts und 1.059.949 Accounts über zehn Plattformen ausgewertet — darunter Instagram, TikTok, YouTube, LinkedIn, Facebook, Pinterest, Bluesky und Threads. Das ist keine kleine Stichprobe. Es ist eines der größten zusammenhängenden Datensätze zu Social-Media-Performance, die derzeit existieren.
Die Befunde sind unbequem für alle, die in den letzten Jahren in die Reels-Maschine investiert haben. Auf Insta... 

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KI in der Psychotherapie

Eine Studie hat 830 Menschen gefragt, ob sie ChatGPT-Antworten von denen erfahrener Paartherapeut:innen unterscheiden können.
Sie konnten es nicht.
Schlimmer noch: Die KI-Antworten wurden auf Empathie, therapeutischer Allianz und Kompetenz signifikant höher bewertet. Effektstärke d = 1,63. Das ist nicht knapp.
Ich verstehe den Reflex, das wegzuerklären. „Schriftliche Vignetten sind keine Therapie." Stimmt. „Beziehung über Zeit ist etwas anderes." Auch wahr. Aber genau in diesem Reflex liegt die Falle.
Wenn wir die Studie nur abwehren, lernen wir nichts. Die ehrliche Frage ist eine andere: Was hat eine KI dort getroffen, was wir manchmal verfehlen? Wahrscheinlich nicht Empathie im rogersschen Sinn...
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Die Wirksamkeit der Personzentrierten Beratung


Wenn Menschen zu mir in die Weiterbildung kommen, bringen sie häufig eine Frage mit, die sie selten laut stellen – aber die ich in ihren Blicken erkenne: Reicht das wirklich – Empathie, Wertschätzung, Kongruenz?
Es ist eine ehrliche Frage. Und sie verdient eine ehrliche Antwort, keine schwärmerische, sondern eine, die sich auf Forschung stützt. Denn die Wirksamkeit des Personzentrierten Ansatzes ist heute wissenschaftlich so gut belegt wie selten zuvor.
Bevor wir in die Studien einsteigen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Frage, was wir überhaupt messen wollen.
Wirksamkeit in psychosozialen Feldern...
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Der Personzentrierte Ansatz

Personzentrierter Ansatz nach Carl Rogers

Vielleicht bist du über eine Suche hierher gekommen. Vielleicht hat jemand in einem Gespräch den Begriff fallen lassen – Personzentrierter Ansatz, Gesprächstherapie nach Rogers, personzentrierte Beratung – und du hast gedacht: Klingt interessant. Aber was ist das eigentlich genau?
Ich erkläre dir das gern. Nicht mit Fachbegriffen, die erst einmal entschlüsselt werden müssen. Sondern so, wie ich es auch meinen Weiterbildungsteilnehmerinnen und -teilnehmern am ersten Tag erkläre: mit dem, was wirklich zählt. Aber von vorn: Carl Rogers war amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut. In den 1940er und 1950er Jahren arbeitete er in einer Zeit, in der Therapie vor allem eines bedeutete: Der Experte analysiert, deutet, erklärt. Der Patient hört zu. Der Therapeut weiß, was das Problem ist – und was dagegen zu tun ist. Rogers störte sich daran...
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