Personzentrierte Weiterbildung
 Jennifer Angersbach zertifiziert durch die GwG e.V. und anerkannt von der DGfB

Paartherapeut:in werden: Wege in die Paarberatung und was Dich dafür qualifiziert

Vielleicht begleitest Du bereits Menschen in Einzelgesprächen und überlegst, ob Du künftig auch mit Paaren arbeiten möchtest. Dann taucht schnell eine Frage auf: Welche Ausbildung brauche ich dafür eigentlich? Unter »Ausbildung zum Paartherapeuten« findest Du sehr unterschiedliche Angebote, von kurzen Seminaren bis zu mehrjährigen Weiterbildungen. Sie führen nicht alle zum selben Arbeitsfeld und erst recht nicht zu derselben rechtlichen Befugnis.
Für eine gute Entscheidung lohnt es sich, genauer hinzusehen: Was möchtest Du mit Paaren tun? Welche Qualifikation bringst Du bereits mit? Und was darfst Du in Deinem beruflichen Rahmen anbieten?
Eine fundierte beraterische Weiterbildung mit paarbezogenen Inhalten oder wie es teilweise genannt wird, die Beratung im Mehrpersonensetting kann ein Weg sein. Eine umfangreiche Spezialisierung auf ein bestimmtes paartherapeutisches Verfahren ein anderer. Und weil ich oft gefragt werde, wie ich eigentlich Paartherapeutin wurde, dachte ich mir, stelle ich auch meinen persönlichen Weg einmal vor.  Denn die Bezeichnung eines Abschlusses allein erzählt noch nicht, wie jemand gelernt hat, mit Paaren zu arbeiten.

Wie werde ich Paartherapeut:in?

In Deutschland gibt es keinen einheitlichen staatlichen Ausbildungsgang mit dem Abschluss »Paartherapeut:in«. Auch die Bezeichnung »Paartherapie« ist für sich genommen nicht gesetzlich geschützt. Ja, nichtmal der Begriff 'Therapie'. Theoretisch darfst Du Dich ab sofort Paartherapeutin, Sexualtherapeut, ja gar Traumatherapeutin oder Familientherapeutin nennen. Die Bezeichnung »Paartherapeut:in« garantiert also für sich genommen keine bestimmte Ausbildung. Trotzdem gelten rechtliche Grenzen: Du darfst keine Qualifikationen oder Befugnisse suggerieren, die Du nicht besitzt. Und sobald Deine Arbeit zur heilkundlichen Behandlung psychischer Erkrankungen wird, brauchst Du dafür eine entsprechende Erlaubnis. Und genau aus diesem Grund, solltest Du - falls Du Dich dazu entschließt Paare zu begleiten einmal mehr darauf achten, welchen Weg Du gehst.
Wer nach »Weiterbildung Paarberatung« sucht, findet deshalb auch unterschiedliche Zugangsvoraussetzungen. Es gibt viele seriöse Angebote und auch Ausbildungen die pro Jahr mehr als 5000€ kosten und mit 'Zetifikaten' werben und von "Intensivausbildung" sprechen. Ein Zertifikat allein sagt noch wenig aus. Entscheidend ist, welche Anforderungen dahinterstehen: Was wurde vermittelt, praktisch erprobt, reflektiert und gegebenenfalls überprüft? Wenn Voraussetzungen, Umfang und praktische Qualifizierung unklar bleiben, lohnt sich genaueres Nachfragen.

Paarberatung oder Paartherapie?

Da es keine offizielle oder rechtlich geschützte Definition gibt, gibt es auch keine offizielle Differenzierung der beiden Begriffe. Versuche einzelner Anbieter:innen oder Webseiten beide Begriffe voneinander abzugrenzen, ergeben aus meiner Sicht wenig Sinn. Denn ob ein Prozess nun eher kurzfristig oder langfristig angelegt ist, ergibt sich im Verlauf. Auch die Unterscheidung, dass Beratung sich eher auf das 'hier und jetzt' bezieht und Paartherapie auch in die Vergangenheit gehen kann, würde ich so nicht unterschreiben. Je nachdem wie lange die Konflikte bereits bestehen und auch abhängig davon welche Erfahrungen beide vielleicht in die Partnerschaft mitgebracht haben, kann es hilfreich und sinnvoll sein die Vergangenheit zu thematisieren, auch wenn es sich um eher 'oberflächliche Probleme handelt'. Ich persönlich verwende die Begriffe als Synonyme und wähle jeweils den Begriff den das Paar bevorzugt, werde ich für eine Paarberatung angefragt, dann heißt die Leistung auch so und wenn jemand eine Paartherapie benötigt, dann spreche ich von Paartherapie. 
Unabhängig vom gewählten Begriff muss allerdings klar sein, ob es um die Begleitung von Beziehungskonflikten oder die Behandlung einer psychischen Erkrankung geht. Für heilkundliche Psychotherapie gelten eigene rechtliche Voraussetzungen.

Welche Qualifikationswege gibt es?

Beratungsweiterbildung mit Paarinhalten und ergänzenden Fortbildungen
Eine fundierte Weiterbildung, beispielsweise in personzentrierter oder systemischer Beratung, kann die fachliche Grundlage bilden. Je nach Curriculum wird die Arbeit mit Paaren bereits darin erarbeitet. Weitere Fortbildungen können helfen, die vorhandene Beratungskompetenz auf Paargespräche zu übertragen und bestimmte Fragen zu vertiefen.
Dieser Weg braucht nicht zwingend einen weiteren Abschluss mit dem Titel »Paartherapeut:in«. Er braucht aber eine ausreichende Qualifikation für die tatsächlichen Aufgaben. Dazu gehören die Beziehungsgestaltung mit beiden Menschen, der Umgang mit Konflikten und das Erkennen eigener Grenzen. Entscheidend ist deshalb, welche Paarinhalte bereits vermittelt und praktisch erprobt wurden und wo noch Lernbedarf besteht.
Die Deutsche Gesellschaft für Beratung beschreibt professionelle Qualifizierung als Verbindung von Theorie, Beratungspraxis, Persönlichkeitsentwicklung und Reflexion einschließlich Supervision.

Spezialisierte Weiterbildungen in Paartherapie und Paarberatung
Daneben gibt es eigenständige, umfangreichere Spezialisierungen, etwa in systemischer Paartherapie und Paarberatung nach DGSF-Standards. Sie verbinden Theorie und Methoden mit Praxis, Selbsterfahrung und Supervision.
Auch die Gottman-Methode hat einen eigenen Qualifikations- und Zertifizierungsweg, der unter anderem fachliche Begleitung und die Beurteilung aufgezeichneter Beratungs- bzw. Therapiesequenzen umfasst. Ein einzelner Workshop oder eine Qualifikation zur Leitung eines Paarkurses ist damit nicht gleichzusetzen.
Ob ein solcher Weg passt, hängt von Deiner Vorbildung, Deinem Arbeitsfeld und dem Ansatz ab, mit dem Du arbeiten möchtest. Die jeweiligen Zugangsvoraussetzungen müssen individuell geprüft werden.

Paararbeit aus einem psychotherapeutischen Beruf heraus
Auch approbierte Psychotherapeut:innen und entsprechend qualifizierte Ärzt:innen können ihre Arbeit um ein Paarsetting erweitern. Ihre heilkundliche Befugnis und ihre spezifische Kompetenz für Paararbeit sind dabei unterschiedliche Fragen. Eine Approbation sagt für sich genommen noch nicht, welche Erfahrungen jemand mit Paaren hat.


Was eine Weiterbildung in Paarberatung leisten sollte

Wer Einzelgespräche führen kann, hat eine wichtige Grundlage. In einer Paarsitzung reicht es aber nicht, diese Arbeit zweimal hintereinander zu machen. Während eine Person spricht, reagiert die andere bereits. Eine kleine Veränderung im Tonfall, ein Blick zur Seite, ein Satz wie »Genau das meine ich«: Schon entsteht zwischen den beiden etwas, das mit in den Raum gehört.
Eine Weiterbildung sollte Dir deshalb Gelegenheit geben, Erfahrungen zu sammeln, durch Rollenspiele, Fallbeispiele und die Möglichkeit bieten Fälle zu supervidieren. Denn gerade in der Paarberatung oder Paartherapie kann es sehr schnell, sehr hitzig werden. Eine Beobachtung die auch Dr. John Gottman in seinen Studien gemacht hat: Wenn die Emotionen hochkochen, dann kann es passieren, dass sich ein Paar in Deiner Praxis nach kurzer Zeit so streitet wie zu Hause am Küchentisch und genau das kann Dir übrigens wichtige Erkenntnisse über das Miteinander und die jeweiligen Verletzungen geben - sofern Du Dich in dem Moment nicht plötzlich doch wie ein Streitschlichter fühlst. Aber zurück zum Inhalt einer 'guten' Weiterbildung. In jedem Fall bedarf es einer beraterischen Zusatzqualifikation die entweder die Zugangsvoraussetzung ist oder gleichzeitig erworben wird. Reines Fachwissen über bspw. die wissenschaftlichen Erkenntnisse Gottman's sind in keinem Fall ausreichend für die Begleitung eines Paares. Es gehören also vor allem praktische Übungen dazu und immer auch die Frage, wie Du selbst in Beziehung bist, welche Seite im Konflikt Du besser verstehen kannst und eben viel Selbstreflexion, sodass Du tatsächlich allparteilich sein und bleiben kannst. 

Mein eigener Weg in die Paarberatung

Mein Zugang zur Paararbeit entstand innerhalb meiner Weiterbildung in Personzentrierter Beratung. Dort habe ich paartherapeutische Elemente und die Begleitung von Paaren kennengelernt. Schon während der Weiterbildung haben sich vor allem Paare bei mir gemeldet, sodass ich den Luxus hatte, Bandaufnahmen von Paargesprächen innerhalb meiner beraterischen Weiterbildung supervidieren zu lassen. Um gewisse Phänomene oder Konflikte besser zu verstehen, habe ich im Anschluss immer mal wieder Fortbildungen besucht oder Kurse absolviert, merke aber, dass das Wissen eher hilfreich für Workshops ist, die ich halte, als dass ich das Wissen in der tatsächlichen Begleitung von Paaren nutze. 
Mittlerweile begleite ich seit knapp zehn Jahren Paare. Bevor meine Weiterbildungsangebote hinzukamen, bestand meine berufliche Tätigkeit im Wesentlichen aus Einzel- und Paarberatung in meiner Selbstzahlerpraxis. Die Arbeit mit Paaren ist also seit Langem Teil meines beruflichen Alltags. 
Mein Weg zeigt eine Möglichkeit, Beratungskompetenz für Paare zu entwickeln. Dabei gehören für mich die fachliche Grundlage, ergänzendes Lernen und die praktische Erfahrung zusammen. Erfahrung gewinnt besonders dann an Wert, wenn wir sie durch Rückmeldungen und fachliche Reflexion immer wieder überprüfen, daher nutze ich selbst regelmäßig Supervision und biete für (ehemalige) WeiterbildungsteilnehmerInnen regelmäßige Paarsupervision an, um dort gemeinsam von und an echten 'Fällen' zu lernen.

Was bedeutet personzentrierte Paarbegleitung?

Carl Rogers stellte die Qualität der Beziehung in den Mittelpunkt seiner Theorie therapeutischer Veränderung. Empathie, Kongruenz und bedingungsfreie positive Zuwendung sind dabei mehr als drei freundliche Verhaltensweisen. Sie beschreiben, wie ein Mensch dem Gegenüber begegnet und wie dieses Gegenüber die Beziehung tatsächlich erlebt. Rogers entwickelte seine Bedingungen zunächst für einen therapeutischen Kontakt zwischen zwei Personen; die Übertragung auf die Paararbeit verlangt zusätzliche Aufmerksamkeit für beide Menschen und für das Geschehen zwischen ihnen. Rogers’ Originalarbeit von 1957 ist dafür ein theoretischer Ausgangspunkt.
Stell Dir vor, die Frau sagt: »Wenn ich etwas anspreche, verdreht er sofort die Augen.« Woraufhin der Mann antwortet: »Ja, klar, weil jedes Gespräch schon mit einem Vorwurf anfängt.« Eine personzentrierte Begleitung entscheidet nicht vorschnell, wer angefangen hat. Sie maßregelt auch nicht, oder schlägt 'Ich-Botschaften' als Lösung vor. Sondern ich frage genauer nach: Was steckt hinter ihrer Aussage? Hilflosigkeit? Verzweiflung? Wie lange versucht sie vielleicht schon sich Gehör zu verschaffen, um die Beziehung eben nicht aufzugeben?
Und ich möchte dann auch die Reaktion verstehen: Wie fühlt sich der Mann, vielleicht klein? Wie hilflos ist er eigentlich? Hat er vielleicht das Gefühl nichts richtig machen zu können? Die erste Herausforderung ist es dann, dass beide Perspektiven neben einander stehen können, ohne das eine entwertet wird oder das Verhalten damit rechtfertigt oder gutheißt. 
Natürlich könnte ich hier auch anfangen zu erklären, Wissen teilen, Dynamiken benennen oder Regeln aufstellen, aber alles was von Außen kommt ist für das Innere wenig hilfreich. Eine Erklärung über Paardynamiken sagt mir noch nicht, wie diese beiden Menschen ihre Beziehung erleben. Deshalb möchte ich zunächst verstehen, welche Bedeutung eine Situation für sie hat. Mein Therapieroman heißt nicht ohne Grund "Das Herz denkt nicht, es fühlt".

Muss ich dafür Beziehungsexpert:in sein?

In meiner Arbeit gehe ich nicht davon aus, dass ich besser weiß als die beiden Menschen vor mir, wie ihre Beziehung aussehen sollte. Ich muss ihnen kein fertiges Modell einer gelungenen Partnerschaft vermitteln. Ich möchte verstehen, wie sie ihre Beziehung erleben, was ihnen fehlt und was sie selbst verändern oder entscheiden möchten.
Trotzdem bringe ich professionelle Kompetenz mit: Ich gestalte den Gesprächsrahmen, achte auf die Beziehung zu beiden und trage Verantwortung für meine Interventionen. Vor allem bin ich sozusagen die 'Bande über die gespielt wird', ich fange den ersten Druck, die Wucht einer Aussage oder eines Vorwurfes ab und übersetze in das dahinterliegende Bedürfnis oder den Wunsch und genau hier hilft mir meine beraterische Grundausbildung. Ich versuche beide genau zu verstehen, ich leiste Beziehungsarbeit zu beiden, ich bin beiden Parteien gegenüber bedingungslos positiv zugewandt und kongruent. Meine personzentrierte Haltung prägt, wie ich zuhöre, nachfrage und beiden Menschen begegne.
Fachwissen kann meine Wahrnehmung erweitern. Es soll aber nicht dazu führen, dass ich das Erleben eines Paares vorschnell in ein bekanntes Modell einsortiere. Für mich liegt darin eine zentrale personzentrierte Unterscheidung: fachlich gut vorbereitet sein und zugleich offenbleiben für das, was diese beiden Menschen tatsächlich erleben.

In der Paararbeit entsteht nicht einfach eine Beziehung zwischen Berater:in und »dem Paar«. Beide Menschen müssen jeweils merken können, dass ihr Erleben Raum hat. Eine Metaanalyse zur therapeutischen Arbeitsbeziehung in Paar- und Familientherapie fand einen Zusammenhang zwischen einer stark unausgewogenen Beziehung zur Fachperson und ungünstigeren Ergebnissen. Das ist ein Zusammenhang, kein Beweis dafür, dass eine bestimmte Haltung allein den Erfolg verursacht. Es unterstreicht aber, warum die Beziehung zu beiden Personen fachlich relevant ist.

Was wissen wir über die Wirksamkeit?

Für Paartherapie insgesamt gibt es belastbare Hinweise, dass sie die Beziehungszufriedenheit und weitere Bereiche des Zusammenlebens verbessern kann. Eine Metaanalyse von 2020 wertete 58 Studien mit 2.092 Paaren aus. Im Mittel zeigten behandelte Paare deutliche Verbesserungen; zugleich untersuchten die Studien unterschiedliche Verfahren und ausschließlich verschiedengeschlechtliche Paare. Aus einem solchen Durchschnitt lässt sich weder der Verlauf eines einzelnen Paares noch die Wirkung einer bestimmten Weiterbildung ableiten.
Aus diesen Befunden lässt sich also auch kein eigener Wirksamkeitsnachweis für die hier beschriebene personzentrierte Paarbegleitung oder meine Fortbildung ableiten. Auch Forschung zur Arbeitsbeziehung bestätigt nicht automatisch einen bestimmten Ansatz als Ganzes. Die personzentrierte Haltung bietet einen fachlichen Rahmen für Verstehen und Beziehungsgestaltung. Ob und wie gut die konkrete Arbeit hilft, hängt außerdem vom Anliegen des Paares, der Qualifikation und dem Handeln der Fachperson, der Sicherheit im Setting und vielen weiteren Bedingungen ab. Auch eine gute Begleitung muss nicht zur Fortsetzung der Beziehung führen; manchmal wird eine Trennung klarer und verantwortlicher besprechbar.

Wie Du bei mir lernen kannst mit Paaren zu arbeiten

Als Teil Deiner personzentrierten Beratungsweiterbildung
Was mir innerhalb meiner eigenen Beratungsqualifikation den Zugang zur Paararbeit eröffnet hat, ermögliche ich auch meinen Weiterbildungsteilnehmer:innen. In meiner mehrjährigen Weiterbildung in Personzentrierter Beratung beschäftigen wir uns mit der Begleitung von Paaren als einem Anwendungsfeld personzentrierter Beratung. Wir übertragen die Haltung und das bisher Erarbeitete auf ein Gespräch mit zwei Menschen. Wie bekommen beide Raum? Wie entsteht ein gemeinsames Anliegen? Was geschieht in mir, wenn ich eine Perspektive leichter nachvollziehen kann? So wird die Paararbeit in die Entwicklung der eigenen beraterischen Kompetenz eingebunden.

Ab 2027 auch als eigenständige Aufbaufortbildung
Mit »Paare personzentriert begleiten« öffne ich diese Inhalte ab 2027 auch für Menschen, die ihre personzentrierte Beratungsqualifikation bei anderen Anbieter:innen erworben haben. Du musst dafür nicht meine mehrjährige Weiterbildung besuchen.
Die Fortbildung richtet sich an personzentriert ausgebildete Berater:innen mit Erfahrung in der Einzelbegleitung. Auch Teilnehmer:innen des dritten Moduls einer GwG-anerkannten Weiterbildung in Personzentrierter Beratung können teilnehmen. Wenn Deine Qualifikation anders bezeichnet ist, klären wir vorab, ob die Voraussetzungen vergleichbar sind. 

Wir arbeiten live online an vier Vormittagen innerhalb einer Woche: am 26., 27., 29. und 30. April 2027, jeweils von 8:30 bis 13:30Uhr. Fachliche Impulse wechseln sich mit Kleingruppen und Übungen an fiktiven Fällen ab. Es geht um den Einstieg in Paargespräche, das Verstehen beider Perspektiven, den Umgang mit Vorwürfen, die eigene Parteinahme und die Grenzen des Settings.

Am 2. Juli 2027 folgt von 9:00 bis 11:00Uhr ein verbindlicher Transfer- und Supervisionstermin. 

Die Fortbildung baut auf einer vorhandenen Qualifikation auf. Wenn Du ganz neu in die Beratung einsteigen möchtest, brauchst Du zunächst eine entsprechende Grundlage. Eine kompakte Fortbildung kann den Einstieg ins Paarsetting vorbereiten; Routine entwickelt sich in der weiteren Praxis.

Offene Paar-Supervision unabhängig von Deinem Weg zur Arbeit mit Paaren

Zusätzlich biete ich ab 2027 regelmäßige offene Supervision für Menschen an, die Paare personzentriert begleiten. Du kannst daran teilnehmen, unabhängig davon, ob Du Deine Beratungsweiterbildung oder eine Fortbildung bei mir besucht hast.
Hier können konkrete Fragen aus Deiner Arbeit Platz finden: Ein Gespräch dreht sich im Kreis. Eine Person erlebt Dich als parteiisch. Oder Du bemerkst selbst, dass Du jemanden unbedingt zur Einsicht bringen möchtest. Solche Situationen gemeinsam anzuschauen, kann helfen, das eigene Verstehen und Handeln weiterzuentwickeln.
Diese offenen Termine sind ein eigenständiges Angebot. Sie setzen keine Teilnahme an »Paare personzentriert begleiten« voraus und sind vom verbindlichen Transfertermin dieser Fortbildung zu unterscheiden. Eine kontinuierliche Teilnahme ist nicht erforderlich; die Termine können einzeln gebucht werden. Informationen findest Du auf der Seite zur Fortbildung und Paar-Supervision.

Woran erkenne ich seriöse Paarberatung?

Wer nach einer guten Paartherapeut:in sucht, möchte sich auf mehr verlassen können als auf eine sympathische Website. Ein genauer Blick lohnt sich, gerade weil die Bezeichnung allein keine bestimmte Qualifikation garantiert. Für Menschen, die selbst Paare begleiten möchten, sind die Fragen der Ratsuchenden zugleich Fragen an die eigene künftige Arbeit.

Was qualifiziert jemanden zur Paartherapie?

Welche Grundqualifikation liegt vor? Waren Paarinhalte darin enthalten, welche Fortbildungen oder Spezialisierungen kamen hinzu? Auch Praxiserfahrung und ihre Reflexion sind relevant. Ein Zertifikat wird erst aussagekräftig, wenn erkennbar ist, wer es nach welchen Anforderungen vergeben hat.

Welche Bedingungen gelten in der Paartherapie und werden diese transparent genannt?

Vor Beginn sollten Vorgehen, Kosten, Sitzungsdauer und Absageregelungen geklärt sein. Dazu gehört auch der Umgang mit vertraulichen Informationen, beispielsweise wenn eine Person zwischen den Paargesprächen eine persönliche Nachricht schickt.

Ist die Paartherapeutin / der Paartherapeut neutral und unparteiisch?

Aus meiner Sicht sollte der Paartherapeut oder die Paartherapeutin allparteilich sein und eben nicht neutral. Beide Parteien sollten außerdem ihre Sicht äußern, widersprechen und sagen können, wenn sie sich missverstanden fühlen. Allparteilichkeit bedeutet dabei nicht, Gewalt oder Grenzverletzungen zu relativieren.

Werden Möglichkeiten und Grenzen der Paarberatung ehrlich benannt?

Eine seriöse Begleitung verspricht nicht, jede Beziehung zu retten. Sie lässt unterschiedliche Ziele besprechbar werden und erkennt, wann zusätzliche oder andere Unterstützung erforderlich ist.

Wie wird die eigene Arbeit reflektiert? 

Ratsuchende dürfen nach Fortbildung, Supervision und Beschwerdemöglichkeiten fragen. Die Orientierungshilfe der Deutschen Gesellschaft für Beratung und die ethischen Richtlinien der GwG nennen entsprechende fachliche und ethische Maßstäbe.
Eine Qualifikation kann Vertrauen begründen, aber sie nimmt niemandem das eigene Urteil ab. Auch bei einer gut ausgebildeten Person darfst Du merken, dass die Zusammenarbeit für Dich nicht passt. Eine solche Rückmeldung sollte besprechbar sein.

Was kostet Paarberatung und was sagt der Preis über die Qualität?

Für eine Paarberatung findest Du beispielsweise Honorare zwischen 90 und 150 Euro pro 60 Minuten - Ob Umsatzsteuer anfällt, hängt vom konkreten Angebot und den steuerlichen Voraussetzungen ab. Eine Heilpraktikererlaubnis allein befreit Paarberatung nicht von der Umsatzsteuer. Vergleicht deshalb den tatsächlich zu zahlenden Gesamtpreis und die jeweilige Sitzungsdauer. Es gibt auch Angebote oberhalb dieser Spanne. Ein höheres Honorar allein sagt Dir noch nicht, wie gut jemand Paare begleitet. Warum eine Praxis diesen Preis verlangt, lässt sich von außen häufig nicht beurteilen. Für eure Entscheidung sind die Qualifikation, die konkrete Zusammenarbeit und ein für euch tragbarer Gesamtaufwand hilfreicher.
Du musst also nicht möglichst viel bezahlen, um eine gute Begleitung zu finden. Entscheidend ist, ob die Beraterin oder der Berater fachlich zu eurem Anliegen passt, die Bedingungen transparent sind und Ihr euch die vereinbarten Termine leisten könnt, manchmal bedarf es 2-3 Termine und teilweise dauert ein Prozess mehrere Monate, sucht daher am besten nach einer Begleitung die ihr euch auch über einen längeren Zeitraum leisten könnt. Es besteht außerdem die Möglichkeit sich kostengünstiger begleiten zu lassen, wenn man bspw. Angebote von Lernenden in Anspruch nimmt. TeilnehmerInnen meiner Weiterbildung stellen ein Honorar in Höhe von 85€ pro Stunde in Rechnung. 

FAQ

Welche Ausbildung brauche ich, um Paartherapeut:in zu werden?

Es gibt keinen einheitlichen staatlichen Ausbildungsgang zur Paartherapeut:in. Ein Weg ist eine fundierte Beratungsweiterbildung mit Paarinhalten, ergänzt durch Fortbildungen, Praxis und Supervision. Andere Wege führen über spezialisierte Paarweiterbildungen oder einen psychotherapeutischen Grundberuf mit entsprechender Paarqualifikation. Entscheidend sind die erworbenen Kompetenzen und die rechtlichen Grenzen der Tätigkeit.

Reicht eine Weiterbildung in Beratung für die Arbeit mit Paaren?

Sie kann die Grundlage bilden und bereits Paarinhalte enthalten. Ob ergänzende Fortbildungen nötig sind, hängt vom Curriculum und Deinen Fähigkeiten im Paarsetting ab. Eine allgemeine Beratungsqualifikation allein belegt noch keine ausreichende Kompetenz für jede Form der Paararbeit. 

Kann ich die Fortbildung "Paare begleiten" oder Supervision besuchen, wenn ich woanders gelernt habe?

Ja. »Paare personzentriert begleiten« richtet sich auch an personzentriert qualifizierte Berater:innen anderer Ausbildungsorte. Die genannten Zugangsvoraussetzungen gelten weiterhin. Die offene Paar-Supervision steht personzentriert arbeitenden Paarbegleiter:innen unabhängig von einer Teilnahme an meiner Weiterbildung oder Fortbildung offen.

Woran erkenne ich seriöse Paarberatung?

Achte auf nachvollziehbare Qualifikationen und darauf, wie die Person ihre Kompetenz für Paararbeit erworben hat. Frage nach Erfahrung, Reflexion und den Grenzen des Angebots. Beide Personen sollten im Gespräch Raum bekommen. Kosten, Vorgehen und Vertraulichkeit gehören vorab geklärt. Ein bestimmter Titel, Bekanntheit oder ein hoher Preis allein garantieren keine Qualität.

Was kostet eine Paarberatung?

Veröffentlichte Honorarlisten zeigen beispielsweise 90 bis 150 Euro für 60 Minuten, daneben auch höhere Preise. Das ist eine Orientierung anhand einzelner Angebote, kein allgemeingültiger Durchschnitt.  Ein höheres Honorar allein belegt keine bessere Qualität.


verfasst von Jennifer Angersbach, Paartherapeutin, Personzentrierte Beraterin udn Kursleiterin der GwG e.V. - aktualisiert am 11.10.2026


 
 
 
 
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